Schulter-Endoprothese / Endoprothetik des Schultergelenkes

Im Schultergelenk stehen der Oberarmkopf und die Gelenkpfanne des Schulterblattes in Verbindung. Das Schultergelenk weist im Vergleich zu anderen großen Gelenken einige wesentliche Besonderheiten auf:

  1. Durch gemeinsame Muskeln sind Halswirbelsäule und Schultergelenk eng miteinander verbunden.
  2. Das Bewegungsausmaß ist in keinem Gelenk größer.
  3. Die Bewegungsführung erfolgt in erster Linie über die koordinierte Arbeit mehrere Muskeln und nicht über die Passform der Gelenkpartner.
  4. Einige der Muskeln umfassen mit ihren Sehnen ("Rotatorenmanschette") den Oberarmkopf haubenartig.
  5. Die Rotatorenmanschette ist entscheidend für die Funktion des Schultergelenkes.

Das Schultergelenk wird überwiegend durch Trümmerbrüche des Oberarmkopfes oder durch große Risse der Rotatorenmanschette funktionslos. Der primäre Gelenkverschleiß ist im Vergleich zu Hüft- und Kniegelenk selten. Bei erhaltener Rotatorenmanschette kann eine beinahe normale Schultergelenkbeweglichkeit durch eine Totalendoprothese hergestellt werden.

Nach Ablösung der vorderen Schultergelenkmuskulatur wird die Gelenkkappe des Oberarmkopfes abgetragen, die kleine Schulterpfanne von Restknorpel befreit und der Oberarmschaft mit Raspeln eröffnet. Nach Einsetzen der Probeprothese werden die umgebenden Muskeln und Sehnen in ihrer Spannung aufeinander abgestimmt (balanciert). Die Originalimplantate werden schließlich als zementfreier Schaft und zementierte Pfanne eingebracht (Totalendoprothese).

Bei einigen neueren Prothesen-Modellen muss nicht mehr der Oberarmschaft für die Verankerung der Prothese eröffnet werden sondern der Prothesenkopf wird unter Schonung der Knochensubstanz im Oberarmkopf verankert (z.B. T.E.S.S. Prothese).

Bei jüngeren Patienten oder einer Humeruskopfnekrose ohne Beteiligung der Gelenkpfanne ist es manchmal möglich nur den Oberarmkopf mit einer Kappe zu ersetzen (Schulterkappe). Dieses Verfahren schont die Knochensubstanz und verhindert eine spätere Pfannenlockerung.

Fehlt die Rotatorenmanschette ist zur Schmerzlinderung und teilweisen Funktionswiederherstellung die Implantation einer sogenannten inversen Prothese indiziert. Bei diesem Modell werden Kopf und Pfanne vertauscht und durch die Lateralisierung des Drehpunktes kann ein Anheben des Armes über den Deltamuskel erreicht werden.

Nachbehandlung nach Schulterendoprothese

Durch den geringen Formschluss der beiden Gelenkpartner wird der Sehnen- und Muskelheilung bei der postoperativen Weiterbehandlung größere Bedeutung beigemessen als nach Ersatz anderer großer Gelenke. Vollbelastung wird nach 6 Wochen erreicht.

 

Arbeits- und Sportfähigkeit

Bei eher sitzender Tätigkeit ist Arbeitsfähigkeit nach 8 - 10 Wochen zu erwarten. Körperlich anstrengende Tätigkeiten werden nach Rehabilitation von Muskelkraft und Muskelkoordination 10 - 12 Wochen postoperativ möglich. Kontaktsportarten sind in Abhängigkeit von der wieder erlangten Beweglichkeit durchaus wieder durchführbar. Die Teilnahme an Überkopfsportarten ist selten.

Ergebnisse nach Totalendoprothetik nach Omarthrose

Omarthrose

Omarthrose