Meniskusverletzungen, Meniskusschäden

Jedes Knie besitzt zwei knorpelartige halbmondförmige Pufferscheiben zwischen Ober- und Unterschenkelknochen (Menisken). Grundsätzlich unterliegen diese Menisken altersbedingtem Verschleiß mit Verlust an Elastizität und können dadurch reißen. Durch adäquate Verletzungen können auch gesunde Menisken / Kniegelenke zu Schaden kommen.

Noch vor 20 Jahren wurde die Bedeutung der Menisken für das Gelenk völlig unterschätzt. Der Meniskus wurde häufig als eher unnötige Struktur im Gelenk angesehen. Bei schmerzhaften Rissen galt die chirurgische Maxime, ihn möglichst komplett zu entfernen, damit nicht der Rest erneut reiße und weitere Operationen erfordere. Diese Auffassung hat sich vollkommen geändert. Es gilt heute, soviel wie möglich Meniskus zu erhalten, diesen ggf. mit einer Naht zu retten, eventuell einen Spender-Meniskus zu transplantieren oder ihn durch anregendes Ersatzgewebe auf Kollagenbasis wieder neu heranzubilden. Denn ohne die wichtigen mechanisch-stabilisierenden, knorpelschützenden und knorpelernährenden Meniskus-Funktionen ist die Kniegelenkarthrose vorprogrammiert.

Nahezu alle Eingriffe können arthroskopisch mittels der "Schlüssellochchirurgie" durchgeführt werden, sodass eine Traumatisierung des Gelenkes durch größere operative Zugänge unterbleibt.

In der Gemeinschaftspraxis wurden mittlerweile über 15.000 Kniegelenke arthroskopisch behandelt.

Degenerativer Meniskus

Bei Rissen auf der Basis von Alterung und Verschleiß (Meniskusde- generation) bleibt häufig nur eine Teilmeniskektomie, bei der das schadhafte, meist abgestorbene, Material entfernt wird. Entscheidend ist die biomechanisch günstige Schnittführung, damit im Meniskusrest keine weiteren Risse eintreten oder vermieden werden. Es gilt, so wenig wie möglich und soviel wie nötig zu entfernen. Hier den goldenen Mittelweg zu finden, bedarf großer Erfahrung.Je näher der Meniskus an der Anheftung zur Kapsel gerissen ist, desto größer ist die Chance der Wiedereinheilung. Entsprechend des Einheilpotentiales wird eine Refixation des Meniskus durch modernste Nahttechniken durchgeführt.

Nachbehandlung bei Meniskusriss:

Bei Meniskusteilentfernung sind im Regelfall keine Gehstützen erforderlich, sofern der Patient sich sicher fühlt. Neben der Anleitung zu einem Übungsprogramm für zu Hause wird meist eine krankengymnastische Übungsbehandlung (Physiotherapie) für ca. 10 - 14 Tage rezeptiert. Bei Meniskusnähten ist eine mehrwöchige Entlastungsphase und ein erhöhtes Maß an krankengymnastischer Übungsbehandlung erforderlich. Der Patient erhält dazu detaillierte Behandlungspläne.

Arbeits-/ Sportfähigkeit

Bei reinen Meniskusteilentfernungen erreicht der Patient in der Regel rasch (nach 3 - 6 Wochen) wieder seine ehemalige Arbeits- und Sportfähigkeit. Nach Meniskusnähten beginnt die Sportfähigkeit vor nicht 12 - 16 Wochen postoperativ. Die Arbeitsfähigkeit richtet sich nach den Beanspruchungen im Beruf.

Arthroskopische Bilder