Komplikationen der operativen Therapien

Die Infektionsrate hängt maßgeblich von der Länge der Operation und der dabei entstehenden Traumatisierung des Gewebes ab. D. h. mit der Erfahrung des Operateurs sinken Infektionsrate bzw. alle Komplikationsmöglichkeiten. Bei arthroskopischen Eingriffen werden die Gelenke mit sterilem Wasser fortwährend gespült, so dass sich Bakterien im Gelenk nicht halten können. Dadurch ist das Infektionsrisiko hier nochmals deutlich vermindert.

Die Thrombosegefahr nimmt ebenfalls mit der Länge und Größe des Eingriffes zu, erhöht durch individuelle Risiken wie Alter, Adipositas, Rauchen, Diabetes mellitus, hormonelle Kontrazeptiva ("Pille"), schlechter Allgemeinzustand, schon abgelaufene Thrombosen usw. Kompressionsstrümpfe, Heparininjektionen und frühzeitige Mobilisierung sind die drei Säulen der Prophylaxe.

Bei der seltenen Arthrofibrose kommt es zu Verklebungen und Bildung überschießenden Bindegewebes im Gelenk. Das Ausmaß kann Formen annehmen, die eine Nachoperation erfordern. Hier kann eine Bewegungseinschränkung trotz intensiver physikalischer Therapie zurückbleiben. Die Sudeck-Erkrankung ist eine im wesentlichen neurologische Regelkreisstörung für Nervenbahnen und Gefäßstränge, für die eine persönliche Disposition angenommen wird. Sie führt zur langfristigen Schmerzhaftigkeit mit eingeschränkter Belastungs- und Bewegungsfähigkeit und kann nur durch hohen physiotherapeutischen Aufwand zurück gedrängt werden.

Bei Kreuzbandplastiken besteht die seltene Gefahr der Auslockerung der Bandansätze, sodass die gewünschte Stabilität nicht erreicht wird. Zudem neigt die Semitendionsussehnenplastik zur Erweiterung der Bohrkanäle trotz passgerechter Einbringung der Sehne. Die früher häufig berichteten postoperativen Schmerzen im Bereich der Kniescheibe bei der Patellasehnenplastik sind durch intraoperative Auffüllung der Knochendefekte und spannungsfreien Verschluss der Bandentnahmestellen minimiert worden.

Bei Umstellungsosteotomien ist die verzögerte oder ausbleibende Durchbauung am meisten gefürchtet. Die Knochenschnittstellen deckeln sich dann ab anstatt zusammen zu heilen. Fortlaufende Bewegung und Belastung kann den Sägespalt erweitern und zu neuer Achsabweichung führen. Dann ist eine neue Fixation mit Knocheneinbringung erforderlich.

Bei künstlichem Gelenkersatz ist neben einer Fehlpositionierung hauptsächlich die Prothesenlockerung gefürchtet. Hier hilft eine Wechseloperation mit meist größeren Implantaten und ggf. Zementeinsatz. Die in der Literatur beschriebenen Gefäß- und Nervenverletzungen bei o. g. Operationen sind glücklicherweise in unserem Patientengut bisher nicht aufgetreten.

Komplikationen werden vermieden durch:

  • schonendes, präzises Operieren auf der Basis großer Erfahrung und täglicher Übung
  • moderne Bedingungen der Einrichtung
  • engmaschige postoperative Kontrolle in der spezialisierten ambulanten und stationären Versorgung
  • spezialisierte physiotherapeutische Weiterbehandlung ambulant und stationär
  • bei auftretenden Komplikationen sofortiges fachgerechtes und entschlossenes Handeln