Knieendoprothese

Bei schwerer Arthrose, die durch keine der vorgenannten Methoden beherrschbar ist, kommen Knieendoprothesen zum Einsatz. Es wird zwischen ein- und zweiseitigen Oberflächenersatz unterschieden. Als einseitiger Ersatz wird eine Schlittenprothese mit beweglichem "Meniskus" eingesetzt (Oxford-Schlittenprothese). Durch die Entkopplung der Kraftübertragung mittels der meniskusähnlichen Polyethylen-Zwischenscheibe ist die Standzeit dieser Prothese erheblich verbessert worden. D. h. die gefürchteten frühen Auslockerungen des tibialen Teils sind zurückgegangen. Da sehr wenig Knochen beim Einbringen dieser Teilprothese geopfert werden muss, ist bei evtl. späterer Auslockerung jederzeit der Rückzug auf einen normalen zweiseitigen Oberflächenersatz möglich. Der Eingriff erfolgt über einen kleinen Schnitt neben der Kniescheibensehne.

 
 

Bei notwendigem beidseitigem Ersatz der Gelenkflächen setzen wir seit Jahren mit großem Erfolg einen Knieoberflachenersatz ein, bei dem das o. g. Prinzip beweglicher Polyethylen-Zwischenscheiben für Innen- und Außenmeniskus angewandt wird (LCS®Complete-Knie). Auch hier werden die Scherkräfte durch die Entkopplung der Kraftübertragung zwischen Ober- und Unterschenkelknochen minimiert. Der wannenförmige Aufbau der Menisken leitet die Kräfte großflächig weiter, sodass der Abrieb stark gegenüber der früheren Punktbelastung vermindert wurde. Das LCS®Complete-Knie  wurde 1977 in den USA entwickelt und seitdem mehr als 1 Mio. mal implantiert. Es ist das meistverkaufte künstliche Kniegelenk mit beweglichen "Menisken" (Gleitlagern) und kann zementiert und zementfrei verankert werden. Insgesamt bestehen hierzu 30 Jahre Implantationserfahrung. Es sind hervorragende Werte im Bezug auf geringe Komplikationsraten, z. B. durch Lockerung, bei zementfreier sowie zementierter Variante belegt. Z. B. ist die Überlebensrate von mehr als 96% nach 20 Jahren konkurrenzlos.

Materialien

Die LCS®Complete-Knieprothese besteht aus einer hochfesten Kobalt-Chrom-Molybdän-Metalllegierung. Allergien können nahezu ausgeschlossen werden. Die Kunststoffteile sind aus ultra-hoch-molekularem Polyethylen (UHMWPE).

Echte Allergien gegen Metalle sind, trotz der verbreiteten Kontaktallergie gegen Schmuckmetalle, äußert selten. Im Falle einer sicher nachgewiesenen oder bekannten Nickel-, Kobalt- oder Chrom-Allergie ist die LCS®-Knieprothese auch mit einer Oberflächenbeschichtung aus Titan-Nitrid verfügbar.

Nachbehandlung der Knieendoprothese

Zementierte Endoprothesen können in der Regel sofort voll belastet werden, bei zementfreien Implantaten ist für 3 Wochen 20 kg Teilbelastung angezeigt. Der knapp zweiwöchige Krankenhausaufenthalt dient der Wundheilung, der Wiedererlangung der Beweglichkeit und Gebrauchsfähigkeit. Hierzu wird stationär eine intensive Physiotherapie durchgeführt. Die Rückkehr zur Alltagsbelastung wird durch eine ambulante Rehabilitation oder durch eine Anschlussheilbehandlung in einer Rehaklinik vervollständigt. Der einseitige Oberflächenersatz weist in der Regel eine kürzere Krankenhaus- und Rehabilitationszeit auf.

Arbeits- und Sportfähigkeit

Auch junge, arbeitsfähige Menschen bedürfen manchmal eines künstlichen Gelenkersatzes. Die Arbeitsunfähigkeit dauert je nach Belastung im Beruf meist 6-12 Wochen. Sportarten mit harmonischen Bewegungsabläufen ohne höhere Impulsbelastung oder plötzliche Richtungsänderungen, wie Schwimmen, Radfahren, leichtes Joggen etc., sind in der Regel wieder möglich.

Weitere Informationen

Oxford Schlittenprothese (PDF, 8MB)
LCS® Complete-Knie www.depuy.de

 

 

Knie mit Kappe für Oberschenkelknochen und Schienbeinplattform

LCS®-Knie mit Kappe für Oberschenkelknochen und Schienbeinplattform

Kniescheiben-Oberflächenersatz Kniescheiben-Oberflächenersatz