Orthopädie des Hüftgelenkes

Im Hüftgelenk gleitet der Hüftkopf in der Pfanne des Beckens. Die beiden knöchernen Gelenkpartner sind in der frühen Kindheit noch als Knorpelgewebe angelegt. Der noch weiche und formbare Knorpel verknöchert erst während des Wachstums, wobei der eine Gelenkpartner den anderen formt.

Entwicklungsstörungen eines Gelenkpartners können daher zu Veränderungen des anderen führen. Abweichungen von der anatomischen Norm wirken sich meist nachteilig auf die Langlebigkeit des Hüftgelenkes aus. Diese Abweichungen werden daher auch als "präarthrotische Deformität" bezeichnet. Beispiele einer solchen Deformität sind in Achsabweichung verheilte Knochenbrüche, Unebenheiten der Gelenkflächen, nicht zu einander passende Gelenkflächen (Inkongruenz), Durchblutungsstörungen des Hüftkopfes (Perthes-Erkrankung, Nekrose), angeborene Hüftgelenkverrenkung (Hüftdysplasie, Hüftluxation), Hüftkopflösung (Epiphyseolyse) und entzündliche Gelenkerkrankungen.

Frühe Gelenkfunktionsstörungen und sogar deutliche Bewegungs- einschränkungen bleiben häufig unbemerkt. Die Einsteifung des Hüftgelenkes verläuft immer ähnlich, sodass die Drehbewegung zuerst und die Beugung (z. B. beim Sitzen) erst später eingeschränkt ist. Da das Hüftgelenk ein Nachbargelenk der Wirbelsäule ist, führen Hüftgelenkerkrankungen häufig auch zu Schmerzen der Lendenwirbelsäule.

 

Röntgenbild Hüfte

Röntgenbild der Hüfte