Achsenkorrekturen

Wenn ausschließlich die innere oder die äußere Hälfte des Kniegelenkes im Knorpel geschädigt ist und die Schädigung noch nicht den freiliegenden Knochen erreicht hat, ist eine Umstellungsosteotomie im Kniegelenk zu diskutieren. In der Regel findet die Osteotomie in Höhe des Schienenbeinkopfes statt.

Durch die Entnahme einer keilförmigen Knochenscheibe aus dem Schienbein- kopf auf der gesunden Seite des Gelenkes kann die Achse derart korrigiert werden, so dass dje gesunde Seite mehr "Arbeit" übernimmt und die kranke Seite entlastet wird.

Als zweites Verfahren wird die so genannte Open-Wedge-Technik ange- wandt. Die inkomplette Knochen- durchtrennung wird hier V-förmig entsprechend des erforderlichen Winkels aufgeklappt und die Konstruktion durch eine Spezialplatte TOMOFIX gehalten.

Keilentnahme

Vorteile

  • sichere Verheilung des Sägespaltes durch große Knochenfläche
  • Op-Technik vergleichsweise einfach
  • Plattenentfernung amb. minimal invasiv

Nachteile

  • geringe Beinverkürzung möglich (Schuhausgleich in mm-Bereich möglich)
  • Gefährdung des Nervus peronaeus
  • Entlastungszeit mit 2 Gehstützen: ca. 3 Wo.
  • Zeit der Knochenverheilung: 6-8 Wochen

Keileinbringung (Open-Wedge-Technik) mit TOMOFIX

Vorteile

  • biomechanisch genaue Rekonstruktion
  • guter Aufbau der Bandspannung bei O-Beinarthrose
  • keine Gefährdung des Nervus peronaeus

Nachteile

  • Entlastungszeit mit 2 Gehstützen: schutzadaptiert 4-6 Wo.
  • längere Knochenheilung, längere Durchbauungszeit 8-12 Wo.
  • Materialentnahme nur wenn Platte stört

Spezielle Komplikationsmöglichkeiten

  • Über- oder Unterkorrektur
  • Plattenfehllage
  • Pseudarthrosebildung
  • ausbleibende Knochenbildung

Nachbehandlung Umstellungsosteotomie

Da zunächst der Knochen heilen muss, ist für ca. 3-4 Wochen eine Teilbelastung von ca. 20 kg ("Abstellen des Beines") empfohlen. Entsprechend des Durchbauungsfortschrittes -kontrolliert durch Röntgenaufnahmen - wird nach weiteren 4-6 Wochen die Vollbelastung erreicht. Physiotherapie begleitet die Heilung.

Arbeits- und Sportfähigkeit

Bei eher sitzender Tätigkeit kann teilweise schon nach 6 Wochen wieder gearbeitet werden, Sport nach weitgehend abgeschlossener Durchbauung. Häufig ist der gleichzeitig vorgefundene Kniebinnenschaden der eher limitierende Faktor der Belastungsfähigkeit